Sonntag, 30. Januar 2011

Wenn einer eine Reise tut

... dann kann er schon allein bei der Reise und Wahl des Verkehrsmittels einiges erleben. Besonders eignet sich dazu die Fahrt mit dem Nachtzug von Zürich nach Graz und zurück. Bei der Hinreise am Mittwoch Abend hatte ich trotz relativ kurzfristiger Planung einen Platz im Liegewagen ergattert. Diesen durfte ich mit zwei sehr mitteilungsbedüftigen mittelalten Schweizern teilen - er auf dem Weg zu einem Biomasse-Kongress und sie Botanikerin mit Forschungsschwerpunkt "Flora rund um Mammuts". Diese exotischen Beschäftigungsschwerpunkte ergeben schon genug Gesprächsstoff, gemischt mit Unzufriedenheit über Wetter, Zugpersonal, die Härte der Liegen hätten sie sicher auf 10 Stunden füllen können. Die Liegen waren dann aber bequem genug, um ein 2-stimmiges Schnarchkonzert zu veranstalten. Leicht gerädert kam ich kurz nach 7 in Graz an. 
Die Rückreise verlief dann allerdings noch besser. Da nur noch Sitzplätze verfügbar waren, richtete ich mich also gegen 22.30h im Großraumwagen ein. Zunächst verlief die Reise auch wenig spektakulär, wenn auch die Sitze etwas weniger bequem waren als die Liegen bei der Hinreise. Eine neue Dimension erhielt die Reise gegen  5 Uhr, als eine chinesische Reisegruppe den Wagen enterte und sich lautstark ausbreitete. Glücklicherweise konnte ich meine 2 blockierten Sitze durch Totstellen behalten. Und nachdem sich die Chinesen eingerichtet hatten, entschieden sie sich glücklicherweise ebenfalls zu schlafen oder still und leise auf ihren iphones oder ähnlich aussehenden Smartphones herumzutippen. Eine weitere Dimension der internationalen Reisetätigkeit zwischen Österreich und der Schweiz zeigte sich dann durch die amerikanische Gruppe, die ab St. Anton am Arlberg das Abteil bereicherte. Die Amis waren weniger müde, wollten das gute Soundsystem ihrer iphones auch allen anderen Gästen unter Beweis stellen und machten dann leider das Schlafen unmöglich. 
Zwischen diesen Reiseerlebnissen hatte ich sehr schöne Tage in Weiz und Graz und sehe diese Reiseerlebnisse als gute Einstimmung (und zum Teil auch Härtetest) auf die geplante Reise in 4 Wochen.

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