Donnerstag, 17. Februar 2011

Bürokratie

Es ist scheinbar nicht vorgesehen, dass der gemeine Arbeitnehmer sich einen Monat Auszeit gönnt. Jedenfalls sehen die Versicherungen, Migrationsämter und Wohnungsvermieter einen solchen Zeitraum nicht vor. Ich bemühe mich schon seit Wochen darum, meinen Versicherungsstatus zu klären und jetzt, wo klar ist, dass ich nur 1 Monat zwischen Frauenfeld und Basel überbrücken muss, habe ich mich heute noch mal ins Telefon-Getümmel gestürzt.
Zuerst ein Anruf bei der "Verantwortlichen Wohndienst" darüber, dass ich doch tatsächlich an einem Wochenende ausziehen werde und nicht unter der Woche zwischen 8-11 Uhr. Das geht eigentlich nicht. Sie muss schauen ob etwas fehlt, ob ich was mitgenommen habe etc. Wer meine Wohnung mit den schönen Holz-Imitat-Möbeln kennt, wird sich fragen, was davon mitnehmenswert sein soll... Wir einigen uns darauf, dass sie mir einfach alles verrechnet, was sie glaubt, ich habe es mitgehen lassen. Bin gespannt auf die Schlussrechnung.
Dann ein Anruf bei der Versicherung: Was tun, wenn ich dazwischen einen Monat nicht in der Schweiz gemeldet bin? Die gute Frau am Telefon versteht das Problem nicht. "Wo sind sie dazwischen?" - "Im Urlaub." - "Und da wollen sie nicht in Frauenfeld gemeldet bleiben?" - "Wollen schon, aber meine L-Bewilligung endet am 26.02." - "Oh, äh, schreiben Sie doch eine offizielle Anfrage per Email, ich kann Ihnen das nicht beantworten."...
Als nächstes: Recherche für eine Auslandskrankenversicherung für Shanghai. Nicht dass ich vorhätte, in diesem Zeitraum krank zu werden, aber man weiß ja nie...
 Was schon geklappt hat: die Abmeldung bei der Swisscom (Telefon), die Abmeldung bei der Billag (GEZ).
Nebenbei noch per Internet Wohnungssuche in Basel und Warten auf den Vertrag aus Basel.
Fast schon meditativ erscheint neben all dieser Bürokratie das Schälen von 7,5 kg Kartoffeln für den Kartoffelsalat, den es heute bei Ninas und meinem Abschiedsapéro geben wird - zusammen mit mindestens genauso vielen Kilo Fleischkäse, die ich noch in den Ofen stecken muss und 20 Litern Bier, die noch im Brauhaus abgeholt werden müssen. Es wird also nicht langweilig.


Keine Kommentare: