Mein erster Arbeitstag ist vorbei. Allerdings habe ich immer noch keine Ahnung, wie die chirurgische Station und der OP ausschauen, da wir, das heißt die beiden anderen deutschen PJlerinnen Gaby und Kathrin und ich, heute den ganzen Tag mit Belehrungen, Kursen, Informationen und anderem bespaßt wurden.
Um 8 Uhr trafen sich alle, die ab August im Krankenhaus arbeiten, ob als Köchinnen, Hausmeister, Krankenschwestern oder Ärzte, vor dem Personalbüro, wo jeder einzeln seine Belehrungen und vor allem einen scheinbar sehr wichtigen Schlüssel (bisher wissen wir noch nicht, welche Türen man damit aufsperren kann), ein schickes rotes Namensschild und ein Diensthandy mit eigener Piepsernummer (damit fühlt man sich gleich mal wichtig) bekam. Anschließend gab es eine höchst informative Veranstaltung des Obersten Haustechnikers, deren Highlight mit Abstand ein Film über die Brandschutzbestimmungen im Krankenhaus war. Anschließend holte uns die Ober-Krankenschwester (zuständig für neue Mitarbeiter) ab und wir bekamen Kittel ausgehändigt. Da wir wohl schon einen ziemlich erschöpften Eindruck machten, durften wir uns anschließend in der Cafeteria erholen, um dann direkt nach Sion zu fahren und dort, leicht verspätet, mit einem Computerkurs richtig ins Arbeitsleben hineinzufliegen - nach ein paar Stunden in einem Original-70er-Jahre-Raum bin ich nämlich jetzt Experte für PHOENIX. Dieses Programm wird im Wallis für sämtliche Patienten genutzt und jetzt kann ich Aufnahmen, Verordnungen und Entlassungen durchführen. Patienten oder Ärzte hab ich allerdings immer noch keine gesehen, denn als wir kurz vor 4 wieder in Sierre waren, hat uns die Personalreferentin nur noch gezeigt , wo wir morgen sein müssen und dann durften wir gehen. Für heute reicht es auch, immer konzentriert den französischen Erklärungen zu folgen, so dass ich wohl früh in mein Bett fallen werde.
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