Der Zermatter Künstler Heinz Julen will hoch hinaus: Er plant, auf dem Gipfel des Klein Matterhorn (3883 m) ein 120 Meter hohes Hotel zu bauen.
Patrick Rohr: Heinz Julen, ein Hotel auf dem Klein Matterhorn, auf 3883 Metern: Ist Ihnen das Ernst?
Heinz Julen: Das Klein Matterhorn ist der höchste Punkt, den man in Europa per Luftseilbahn erreichen kann. Heute ist der Berg in Beschlag genommen von den Skifahrern, die da zu Tausenden hinauf fahren, ihre Skis anziehen und wieder herunterfahren. Offenbar hatten auch die Bergbahnen das Gefühl, dass man die Attraktivität dieses Gipfels erhöhen sollte, und sie schrieben einen Wettbewerb aus, den ich mit meinem Projekt gewonnen habe.
Sie setzen dem Klein Matterhorn einen neuen Gipfel auf. Wo bleibt da der Respekt vor dem Berg?
Der Berg ist heute bereits in Beschlag genommen vom Menschen, von der Technik. Und es gibt eine kleine Gipfelplattform, doch von ihr sieht man nur in die Weite, nicht in die Tiefe. Der Mensch will die Tiefe erleben. Ich will eine Plattform schaffen, die die anderen Viertausender, die man vom Klein Matterhorn sieht, in Szene setzt.
Sie sagen, die „anderen“ Viertausender: Mit Ihrem 120 Meter hohen Turm würde das Klein Matterhorn tatsächlich auch ein Viertausender.
Für mich war klar, ich wollte höher gehen als die Plattform. Als ich die Skizzen für mein Projekt machte, fiel mir plötzlich die magische Zahl 4000 ein. Der Gedanke, einen Viertausender zu schaffen, ist doch spannend.
(aus BLICK - das Schweizer Pendant zur BILD)
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