Montag, 21. März 2011

Fazit...



Ich bin ausgeschlafen, der Koffer ist wieder da, die Wäsche ist gewaschen, die Souvenirs sind zumindest teilweise verteilt und die Fotos sind sortiert. Zeit, hier noch kurz eine kleine Schlussbemerkung ohne Gewähr auf Vollständigkeit zu schreiben und dann den China-Teil des Blogs wieder zu schließen (in der Hoffnung, dass es entweder aus Basel auch etwas zu berichten gibt oder dass die nächste Reise bestimmt kommt, denn schließlich gibt es die Rubrik "Anderswo" nicht umsonst). 
3 Wochen bei fehlender Sprachkenntnis sind sicher nicht genug, um sich tiefer in die Materie "China" einzuarbeiten. Außerdem habe ich nur Shanghai und die Umgebung kennengelernt und das Land ist ja definitiv groß und unterschiedlich. In zukunft werde ich chinesische Reisegruppen in Europa jedenfalls mit anderen Augen sehen als noch bei meiner Rückfahrt aus Österreich im Nachtzug. Ich bin definitiv sehr gut erholt und zufrieden wieder zurückgekommen. Nebenbei hab ich ein paar Bücher verschlungen und auf dem Rückflug auch mein Kino-Wissen auf Vordermann gebracht (inklusive der Oscar-Krönung vom stotternden König).




Was ich gelernt habe: Es geht alles irgendwie, es ist nur eine Frage, wie lang man dafür braucht. Chinesische 5 Minuten sind keine deutschen 5 Minuten. Straßenverkehrsregeln sind relativ. Internet zu ISDN-Geschwindigkeiten ist wirklich langsam. Blogspot gehört zu Google und ist gesperrt. Facebook ist böse und daher gesperrt. Die Antwort "Yes, yes" auf die Frage "Do you speak English?" heißt nicht, dass man sich auf Englisch verständigen kann. Die Deutschen und ihre Kultur sind überall (Paulaner, Efeweizen, deutsche Bäckerin, deutscher Gottesdienst...), die Amerikaner sind allerdings auch überall und sicher in der Mehrzahl. Handeln was das Zeug hält, ohne Rücksicht auf Verluste.

Was ich nicht vermissen werde: Die Menschenmassen immer und überall, bei jedem Wetter , die drängeln, schubsen und unverständlich reden. Manche Gerüche von Essen, Kloaken, Straßenzügen. Die große Gefahr beim Überqueren der Straße, weil "rot" nicht "rot" und "grün" nicht "grün" bedeutet. Das viele Gehupe aus jeder Laune heraus. Als blonde Langnase immer und überall aufzufallen. Die Sprache nicht zu verstehen und durch die Schriftzeichen auch noch Analphabeth zu sein (Hierzu muss vielleicht angemerkt werden, dass ich als Kind schon den Urlaub in Frankreich blöd fand, weil ich nicht genug verstanden habe und aus diesem Antrieb heraus dann schon sehr früh Französisch gelernt habe. Wäre mein China-Aufenthalt länger, dann wäre das Sprachenlernen wahrscheinlich die einzige Lösung, denn sonst bin ich reisetechnisch doch auf sehr wenige Länder beschränkt...). Das Schlangestehen. Die Hockklos. Die eher weniger saubere Luft. 


Was ich vermissen werde: Die Märkte mit ihren diversen Dingen, die man braucht oder auch nicht braucht. Das Gefühl, wirklich richtig weit weg in Urlaub zu sein und das Arbeitsleben komplett zu vergessen. Viele freundliche Menschen. Den Brillenmarkt, den Stoffmarkt und das Porzellangeschäft. Das Gefühl, in einer richtig großen Stadt mit so vielen Facetten zu sein (Da wird wohl Basel auch nicht mithalten können). Und natürlich die besten Gastgeber der vergangenen Wochen, die Klosterkinder samt Eltern (und die sind ja zum Glück im Sommer auch wieder in Mannheim anzutreffen!)!!!

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Liebe Johanna,
habe gerade Dein Fazit gelesen und kann von Herzen mitfühlen, dieses Misch-Masch aus Begeisterung, es erlebt zu haben, und Erleichterung, alles gut und heile überstanden zu haben.
Jedenfalls freue ich mich riesig, dass alles so gut geklappt hat, und Du Dich auch erholt fühlst!
Tausend Grüße und bis bald, Susanna.